Antisemitismus und die AFD
Stefan Dietl zeigt in seinem Buch „Antisemitismus und die AfD“, welches bereits in zweiter Auflage erschienen ist, dass der Antisemitismus dem politischen Denken der AfD von Grund auf innewohnt und nicht bloß ein sporadisch auftretendes Problem ist. Diese Auseinandersetzung ist umso berechtigter, da sich die AfD immer dann als „Garant jüdischen Lebens“ inszeniert, wenn sie dies mit dem Kampf gegen Einwanderung verbinden könne. Dabei sei mit Einwanderung meist ausschließlich islamische Migration gemeint. Neben deutlich antisemitischen Weltverschwörungstheorien seien auch Gemeinsamkeiten zwischen der AfD-Ideologie und der Agenda rechtskonservativer christlicher Gruppen herauszuarbeiten. Beide Seiten würden sich gegen Werte wie Emanzipation, Individualität und Pluralität positionieren und stattdessen eine „Rückbesinnung auf Familie, Nation und Religion“ fordern. Zudem werde von beiden ein aus dem Judentum stammendes Christentum grundsätzlich ausgeblendet und die Erinnerung an die Shoah als „hemmend“ für die Durchsetzung deutscher Interessen propagiert. Rezensent Wolfgang Pauly würdigt, dass Dietl mit seinem Buch einen bisher eher vernachlässigten Aspekt im „Kampf gegen die AfD“ beleuchte. Außerdem rege die Studie für weiterführende Forschung an.