Religion bei den GRÜNEN: Eine Studie zum Gründungsjahrzehnt der Partei
In seiner religionswissenschaftlichen Dissertation „‘Wir wollen Sonne statt Reagan! Religiöse und spirituelle Dimensionen im ersten Jahrzehnt der Partei GRÜNEN‘“ untersucht Manuel Kögelmaier, welche Formen von Religion und Spiritualität in der frühen Partei DIE GRÜNEN und mit dieser verbundenen Diskursgemeinschaften auftraten und wirkten. Rezensent August H. Leugers-Scherzberg würdigt den produktiven theoretischen und methodischen Zugang. Anhand eigener Quellen, über die er als ehemaliger Herausgeber des Pressedienstes der BAG „Christen bei den GRÜNEN“ verfügt, setzt er der Darstellung dieser Diskursgemeinschaft jedoch ein anderes Bild entgegen. So sei diese Gruppe Münsteraner Studierender der Katholischen Theologie statt durch einen starken anthroposophischen Einfluss vor allem sozialreformerisch und durch die Politische Theologie Johann Baptist Metz‘, die man in praktische Politik umsetzen wollte, geprägt gewesen. Auch werde die Bedeutung der Pädophilie-Debatte und des sexuellen Missbrauchs in der BAG Kommune-Bewegung sowie deren Zusammenhang mit Spiritualität und Religiosität zu wenig beleuchtet. Trotz dieser Einwände sei die Studie ein wichtiger Beitrag zur Untersuchung der Rolle von religiösem Sprechen, Ritualen und Spiritualität in der Gründungsphase der GRÜNEN, der zudem zu weiterer Erforschung des grünen Milieus anrege